Samstag, 16. September 2006 (Ruhrnachrichten)

BRAMBAUER • Bei Dr. med. Goesta Schimanski horcht die am Ohr interessierte internationale Fachmedizin auf: Fünf HNO-Ärzte von renommierten englischen Uni-Kliniken schauten Schimanski in der Klinik am Park jetzt zwei Tage über Skalpell und Schulter.
Sechs Operationen, drei Vorträge und das Human-Kapital gegenseitiger Hochschätzung: Mit diesem Erfahrungsschatz reisten die Engländer gestern wieder auf die Insel.
Dr. Schimanski vermittelte ihnen Einblick in und Nähe zum praktischen operativen Umgang mit Titan-Implantaten. Wurden bis vor 15, 20 Jahren Mittelohr-Implantate ausschließlich aus menschlichen Knöchelchen gefertigt, gehören die heutigen Mittelohr-Implantate dem Titan.
„Titan", meinte Dr. Schimanski, „ist wesentlich robuster, löst sich nicht auf und verwuchert auch nicht."
Wie es zum Besuch der englischen Ärzte kam? „Ear-sinnig" aufschlussreich hatte die englische Fachmedizin einen Schimanski-Vortrag in Oxford zum Thema Mittelohroperationen gefunden. Dabei hatte der angesehene Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, der im vergangenen Jahr seine 10000. Ohr-Operation im Brambauer Krankenhaus vorweisen konnte, u.a. über Eignung und Verlässlichkeit von Titan-Implantaten doziert. Damals war das Interesse auf englischer Seite an weiteren Informationen geweckt worden.
„Dann habe ich alles vorbereitet und die Hotel-Buchungen in Dortmund geregelt", sagte Dr. Schimanski beim gestrigen Pressegespräch, zu dem er in grüner OP-Kleidung angerauscht kam: „Ich habe gerade einen Patienten aus der Schweiz am Mittelohr operiert."