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MITTELOHR
gungsübertragung
-
und somit ein besseres Hörergebnis
-
erreicht
werden. Außerdem wird das durch Entzündungen häug ohnehin ge-
ringe Volumen des Mittelohres durch eine dünnere Knorpelunterlage-
rung weniger stark eingeengt.
Die Entnahmestelle ist später in der Regel nicht mehr zu erkennen.
Das jetzt im Vergleich zu einem mit Fascie unterfütterte, relativ
dicke Trommelfell erweist sich dabei oft als erstaunlich gut in der
Schallübertragung, immer vorausgesetzt, dass die Belüftung dahin-
ter keinen Unterdruck entstehen lässt und eine freie Schwingung ge-
währleistet ist.
Findet sich bei der Kontrolle
des Mittelohres eine anato-
misch und funktionell intakte
Gehörknöchelchenkette, sind
die Aussichten für eine Hörver-
besserung besonders günstig.
Ist die Kette zerstört, gibt es
verschiedene Möglichkeiten des
Wiederaufbaus. Seit Ende der
1990er Jahre hat sich der Ein-
satz von ligranen, in der Län-
ge variablen Titanimplantaten
für den Knöchelchenersatz als
überaus verträgliches Material
bewährt. Eine Abdeckung der
„Prothese“ mit dünner Knor-
pelscheibe ist unerlässlich
(siehe Abbildung oben links),
um ein Durchwandern des
Trommelfells zu verhindern
(Protrusion). Leider lässt sich
das nicht immer vermeiden,
vor allem wenn sich nach der
Operation schwerwiegende Be-
lüftungsstörungen mit daraus
resultierendem Unterdruck des
Mittelohres herausstellen.
Mittelohr mit Titanimplantat für den
Gehörknöchelchenersatz (mit Knorpel-
abdeckung)
Längenvariable Totalprothese (links),
Partialprothese (rechts)
Foto: Kurz Medizintechnik,
Dusslingen
Foto: www.mittelohr.de
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