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Die Operation einer chronischen Mittelohrent-
zündung wird als Tympanoplastik bezeichnet.
Als dieser Begriff Anfang der 1950-Jahre in
Deutschland „geboren“ wurde (Siegen), war er
ursprünglich der Begriff für Ohroperationen un-
ter dem damals neuen Stereo-Mikroskop, was
erstmals „plastisches“ Sehen ermöglichte.
„Tympanon“ ist die Bezeichnung für den Mittel-
ohrraum mit Trommelfell und Gehörknöchelchenkette. Der Begriff
„Plastik“ bedeutet nicht, dass mit Kunststoff oder Plastik gearbeitet
wird. Unter „Plastischer Chirurgie“ versteht man heute vielmehr alle
Operationstechniken, bei denen eine Rekonstruktion (Wiederherstel-
lung/Wiederaufbau) durchgeführt wird.
Bei welchen Patienten die Lokalanästhesie bzw. der endaurale Zu-
gang gewählt wird, wird im Einzelfall vor der Operation entschieden
und mit Ihnen besprochen. Die Wahl des Hautschnittes hat nichts
mit der Schwere der Operation zu tun, sondern mit der Möglichkeit,
wie der Operateur den Krankheitsprozess am besten erreichen und
beseitigen kann und womit eine möglichst hohe Chance zur Heilung
verbunden ist.
Akute Perforation des Trommelfells
Ein akutes Loch im Trommelfell entsteht in aller Regel durch äuße-
ren Einuss (Trauma), z. B. durch einen Schlag, beim Sport (z. B.
Ball, Tauchen) oder auch durch Reinigungsversuche (Wattestäbchen).
Spontan auftretende Perforationen im Rahmen von akuten Mittelohr-
entzündungen heilen nach Abklingen der Entzündung normalerweise
von selbst.
Die Chance, dass ein perforiertes Trommelfell nach einem solchen
äußeren Ereignis von selbst heilt, ist groß, vor allem, wenn das Trom-
melfell nicht durch frühere häuge Entzündungen vorgeschädigt ist.
Bei umgeklappter Haut am Rand des Loches oder bei zu großer Per-
foration ist die Spontanheilung nicht möglich. Um Komplikationen
zu vermeiden, ist die Kontrolle durch einen Spezialisten dringend zu
empfehlen.
INFO
  Der Begriff „Tympano plastik“
bezeichnet die Rekonstruk-
tion von Trommelfell und
Mittelohr.
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