44
MITTELOHR
tionen zeigt, dass wir dieses Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von bis
zu 95 % erreichen.
Nach Möglichkeit wird auch eine Hörverbesserung angestrebt. Da der
Grad der Zerstörung durch die Entzündung auch im Bereich der Ge-
hörknöchelchenkette zunehmen kann, bestehen die besten Erfolgs-
aussichten auch hinsichtlich des Gehörs, wenn das Ohr möglichst früh
operiert wird.
Das eigentliche Ausmaß der Zerstörung im Mittelohr kann jedoch erst
während der Operation erkannt werden. Abhängig vom Grad der Zer-
störung sind die Möglichkeiten des Wiederaufbaus der Schallleitungs-
kette und damit auch der Grad der Hörverbesserung.
Eine äußerst wichtige Rolle für eine dauerhafte Hörverbesserung
spielt dabei ein über den Nasenrachenraum gut belüftetes Mittelohr.
Falls die Eustachische Röhre, welche der Verbindungskanal zwischen
Rachen und Mittelohr ist, narbig eingeengt ist, verhindert dies den
einwandfreien Druckausgleich beim Schlucken. In einem gewissen
Prozentsatz sind wir in der Lage, durch eine Ballondilatation der Tube
(Tuboplastie) eine Besserung der Mittelohrbelüftung zu erreichen
(siehe dazu „Leistungsangebot“ auf unseres Homepage).
Häug ist bei einer durch jahrelange Entzündung vernarbten Mittel-
ohrschleimhaut zusätzlich der gesunde Gasaustausch gestört. Das
Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Abgabe von Gasen, die sich in
der Luft des Mittelohres und im Gewebe benden, ist zugunsten der
Aufnahme verschoben. So entsteht durch die vernarbte Schleimhaut
ein Unterdruck im Mittelohr mit Einziehung des Trommelfells und
damit einer mangelhaften Schwingungsfähigkeit, selbst wenn dieses
intakt ist. In diesen Fällen kann auch das natürliche, regelmäßige
Schlucken mit Druckausgleich über die Eustachische Röhre (Ohrtrom-
pete) keine Besserung bringen.
Es ist verständlich, dass daher nicht eindeutig vorhergesagt werden
kann, ob das Mittelohr nach der Operation einwandfrei und dauerhaft
belüftet sein wird; eine Prognose bezüglich der Hörverbesserung ist
damit nicht möglich.
Im Übrigen gilt wie bei allen Ohroperationen: die noch bestehende
Innenohrleistung gibt die Grenze der erreichbaren Hörverbesserung
vor.
Zurück
«   »