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zur Bestimmung der Bakterienart abgenommen
und die Medikamentenempndlichkeit (Resisto-
gramm) bestimmt wird. Bei bestimmten Keimen
wird dann nach der Operation über wenige Tage
zur Unterstützung der Heilung das passende An-
tibiotikum gegeben. Eine allgemeine Antibiotik-
umgabe (Tabletten oder Infusion) vor der Opera-
tion bringt nach unseren Erfahrungen selten den
Erfolg eines dauerhaft trockenen Ohres.
Eine weitere wichtige Voraussetzung für den
Erfolg eines jeden Eingriffs am Ohr ist die Aus-
schaltung von entzündlichen Prozessen oder me-
chanischen Behinderungen im Nasen-, Rachen-,
Mundraum, z. B. Gaumenmandeln, Rachenman-
deln (Adenoide oder Wucherungen genannt) oder Nebenhöhlenent-
zündungen. Dadurch wird die Voraussetzung geschaffen, dass eine
ausreichende Belüftung des Mittelohres über den Verbindungskanal
zwischen Nasenrachenraum und Mittelohr (Eustachische Röhre) er-
reicht wird. Ein solcher Eingriff ist allerdings nicht gleichzeitig mit
der Ohroperation durchzuführen, da Wunden im Nasen- oder Rachen-
raum das Anschwellen der Schleimhaut im Bereich der Eustachischen
Röhre hervorrufen können. Das führt zur Störung der Mittelohrbelüf-
tung während der Heilungsphase.
Aus all diesen Überlegungen heraus sind bei Ohrsekretion Kontrollen
bei uns in der Sprechstunde oder beim HNO-Arzt vor Ort kurz vor
einer geplanten Ohroperation, z. B. 2 bis 3 Wochen vorher, dringend
zu empfehlen.
Besteht eine eitrige Absonderung über längere Zeit und wird diese
Sekretion durch konservative Maßnahmen nicht gemindert, sollte
nach unseren Erfahrungen die Operation nicht auf unbestimmte Zeit
verschoben werden.
Ziel der Operation
Grundsätzlich hat die Operation das Ziel, ein trockenes, abgeschlos-
senes und/oder für den Patienten gefahrloses Ohr zu erreichen. Die
statistische Auswertung der Ergebnisse von vielen tausend Ohropera-
INFO
Entzündliche Erkrankungen
des Mittelohres
  Akute Trommelfell-
perforation
  Chronische Trommelfell-
perforation
  Mittelohrcholesteatom
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