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MITTELOHR
wachstum ideales feucht-warmes Milieu. Das führt zur Verschlimme-
rung oder zu ständigem Aufackern der Entzündung.
Ein weiteres Argument für eine Operation ist, dass das gut hörende,
gesunde Ohr der gegenüberliegenden Seite von einem Unfall, einer
akuten Mittelohrentzündung, einem Hörsturz oder anderen plötz-
lichen Ereignissen betroffen sein kann. Dadurch kommt es schlagartig
zu einer für den Patienten sehr belastenden Situation: er hört auf
beiden Ohren schlecht.
Daher geben wir den Rat, eine chronische Mittelohrentzündung
operieren zu lassen, auch wenn sie für den Patienten problemfrei
erscheint. Wenn das Ohr trocken ist und der Patient bis auf eine
eventuelle Schwerhörigkeit keine Beschwerden empndet, sind die
Heilungschancen deutlich besser. Bakterielle Entzündungen können
naturgemäß jede Heilung stören.
Abhängig von der Dauer und je nach Ausdehnung der Entzündung kön-
nen verschiedene Grade der Zerstörung am Trommelfell und im Mit-
telohr eintreten. Bakteriell-eitrige Entzündungen können sogar das
Innenohr dauerhaft schädigen.
Auch die Lebensqualität des Patienten kann zunehmend einge-
schränkt sein:
  die Schwerhörigkeit wird stärker
  es entstehen hygienische Probleme durch zeitweise übel rie-
chende Absonderung
  es darf kein Wasser z. B. beim Duschen oder Baden in das Ohr
eindringen.
Behandlung vor einer Operation
Bei einem nur kleinen Loch im Trommelfell sollte versucht werden,
durch bestimmte Maßnahmen eine spontane Heilung zu erreichen,
z. B. Anfrischen und Abdecken der Perforation mit einem „Paster“
(Schienung durch Papierchen oder Silikonfolie).
Ein feuchtes Ohr kann evtl. durch entsprechende lokale Medikamen-
tenbehandlung trocken werden. Dazu gehört auch, dass ein Abstrich
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