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MITTELOHR
Operation des zweiten Ohres
Da für die Otosklerose auch eine genetische Veranlagung verantwort-
lich sein kann, sind normalerweise beide Ohren betroffen. Oft be-
ginnt die Erkrankung zunächst nur auf einer Seite und im Laufe der
Zeit
-
manchmal erst nach Jahren
-
wird die andere Seite ebenfalls
schwerhörig.
Wenn ein Ohr operiert ist, stellt sich die Frage, ob und wann auch
das zweite Ohr operiert werden soll. Bei entsprechender Schalllei-
tungsstörung empfehlen wir die Operation der anderen Seite nach
vollständiger Abheilung der ersten Seite. Das ist in der Regel nach
frühestens 6 Monaten. Die Entscheidung zur Operation des zweiten
Ohres hängt in jedem Fall von der Beurteilung des Hörtests ab.
Ein Problem entsteht, wenn das bereits operierte Ohr z. B. durch
Hörsturz, Unfall oder Entzündung akut geschädigt wird. Dann hört
der Patient auf beiden Seiten schlecht. Weil aber das bereits ope-
rierte Ohr durch das akute Ereignis irreparabel geschädigt ist, wird
das zweite Ohr damit zur letzten Chance. Von vielen Operateuren
wird die Operation des „letzten“, d. h. einzig hörenden Ohres wegen
des immer bestehenden Restrisikos einer Ertaubung abgelehnt.
Um solche für den Patienten sehr belastende Situation zu vermeiden,
wird eine regelmäßige Hörtestkontrolle in mindestens einjährigem
Abstand empfohlen, um über den richtigen Zeitpunkt zur zweiten
Operation zu entscheiden.
Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist das räumlich-plastische bzw.
Richtungshören. Die Sprachverständlichkeit vor allem bei Umge-
bungslärm ist nur mit beiden Ohren möglich. Die damit verbundene
größere Sicherheit im gesellschaftlichen Zusammenleben ist ein nicht
zu unterschätzender Vorteil, was vor allem im Alter eine besonders
große Rolle spielt.
Nach der Operation des zweiten Ohres
Während der Heilung des zweiten Ohres ist das Empnden für den
Patienten häug anders als nach der ersten Operation.
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