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MITTELOHR
Sportarten, die mit starken Druckbelas tungen des Mittelohres verbun-
den sind (z. B. Tauchsport), sind bei geübten, erfahrenen Sportlern
auch mit dem eingesetzten Piston möglich. Der einwandfreie Druck-
ausgleich sollte nach einer solchen Operation aber immer besonders
kritisch beurteilt werden. Wir raten daher in jedem Fall davon ab,
eine solche Sportart als Anfänger zu erlernen, da eine unkontrollierte
Druckschwankung im Mittelohr den Piston zu tief in das Innenohr ein-
tauchen lassen kann. Dadurch wird ein erheblicher Drehschwindel
provoziert. Beim Tauchen kann das lebensgefährlich sein.
Prognose des Hörergebnisses
Wir können aufgrund unserer Erfahrung nach mehr als fast 3.000 ope-
rierten Otosklerosepatienten sagen, dass bei normalem Heilverlauf
das Gehör erreicht wird, was der jeweiligen Innenohrleistung ent-
spricht. Wie bereits ausgeführt, kann durch eine Operation nur eine
Schallleitungsstörung behoben werden.
Nicht alle Patienten können daher durch die Operation ein optimales
Gehör wiedererlangen. Zeigt die Hörprüfung vor der Operation ein
normales Hörvermögen des Innenohres, so ist durch die Operation
praktisch Normalhörigkeit zu erreichen. Besteht aber z. B. zusätz-
lich eine mittel- bis hochgradige Einschränkung der Innenohrleistung
(kombinierte Schwerhörigkeit), so ist die Operation auch dann als
erfolgreich anzusehen, wenn durch die Operation die Schallleitungs-
störung aufgehoben wird und der Patient mit einem Hörgerät besser
hören kann.
Da es sich bei dieser Operation um einen Eingriff handelt, der allein
dem Ziel der Hörverbesserung dient, ist eine nicht ausreichende Ver-
besserung oder gar Hörverschlechterung nach der Operation für den
betroffenen Patienten sehr enttäuschend. Leider ist dieser Verlauf
statistisch in etwa 1
-
2 % der Fälle zu erwarten.
Dies kann der seltene Fall sein, wenn z. B. eine Fistel zum Innenohr
entsteht, d. h. die Abdichtung rund um den Piston zum Innenohr nicht
normal verheilt. Dann kann, ebenso wie bei einer erneuten Schall-
leitungsstörung, ein zweiter Eingriff erfolgversprechend sein (siehe
Seite 30, „Unklare Schwerhörigkeit“).
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