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wenn eine deutliche Schallleitungsschwerhörig-
keit besteht.
Bei einigen Befunden kommt es vor, dass wir kei-
ne Hörverbesserung erzielen können. Bei aller
verständlichen Enttäuschung des Patienten gibt
es auch eine positive Seite: es ist Klarheit ge-
wonnnen worden. Der Patient weiß nun, dass er
nichts unversucht gelassen hat und er nichts ver-
passt hat. Möglicherweise ist ein Hörgerät eine
sinnvolle Alternative.
Operation: Tympanotomie
(Probeeröffnung des Mittelohres)
Dieser Eingriff soll die genaue Ursache der Schwerhörigkeit erkennen
lassen (diagnostische Maßnahme). Finden sich dabei Veränderungen,
bei denen durch eine operative Maßnahme eine Gehörverbesserung
erwartet werden kann, so wird diese gleichzeitig durchgeführt.
Ruptur der Membran des runden Fensters
Bei einem akutem Hörsturz mit entsprechender Innenohrschwerhö-
rigkeit, möglicherweise verbunden mit Tinnitus und besonders bei
gleichzeitigem Drehschwindel kann die runde Fenstermembran zer-
rissen sein. Sie ist die Ausgleichsmembran für die Flüssigkeitsbewe-
gungen des Innenohres, die durch die Steigbügelbewegungen erzeugt
werden.
Bei einem Hörsturz wird zunächst eine ambulante konservative Be-
handlung (Tabletten, evtl. Infusionen) durchgeführt. Falls die Innen-
ohrleistung innerhalb weniger Tage keine Besserung zeigt oder sogar
trotz dieser Therapie eine Verschlechterung festzustellen ist, kann
eine Operation eine hilfreiche Alternative darstellen.
Die statistische Auswertung unserer langjährigen Erfahrungen zeigt
Folgendes:
  bei einem Drittel der Patienten kann keine Verbesserung der Be-
schwerden erzielt werden.
INFO
Wann Operationen bei
intaktem Trommelfell?
  Schwerhörigkeit unklarer
Ursache
  Verdacht auf Ruptur der
runden Fenstermembran
z. B. Hörsturz, Dreh-
schwindel
  Otosklerose
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