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Sollte es trotz aller Bemühungen
wieder z
u einem narbigen Gehör-
gangsverschluss kommen, ist ein Hörgerät eine Alternative.
Gehörgangs-Cholesteatom
Hautverletzungen verursacht durch z. B. Wattestäbchen oder andere
Reinigungsinstrumente können bei einer dünnen, pergamentartigen
Gehörgangshaut den Knochen freilegen. Oberächliche Entzün-
dungen führen dann zu einem Knochenabbau. In den so entstehenden
Krater wächst die Haut hinein und breitet sich dort immer weiter aus:
man spricht auch von „Knochenkaries“.
Es entstehen hartnäckige Verkrustungen, die sich oft nur unter
Schmerzen entfernen lassen.
Operation: Cholesteatomentfernung mit
Wiederaufbau des Gehörgangs
Die Operation erfolgt ambulant, endaural und in LA.
Aus dem Knochendefekt wird die hineingewach-
sene Haut ausgelöst und zum Trommelfell hin
weggeklappt. Der Knochen wird mit einer kugel-
förmigen Minifräse muldenförmig geglättet, was
der Kariesentfernung beim Zahnarzt ähnelt. Zum
Wiederaufbau (Rekonstruktion) wird diese Mulde
mit körpereigenem Gewebe aufgefüllt z. B. mit
dünnen Knorpelstreifen. Bei stark ausgedehnter
Knochenzerstörung hat sich in den letzten Jah-
ren auch ein bioaktives Glasgranulat (BonAlive®)
als Füllmaterial bewährt (siehe auch Seite 59
Obliteration Mastoidhöhle). Abschließend wird
diese Rekonstruktion mit einem Bindegewebe-
läppchen aus dem Hautschnitt und der Haut ab-
gedeckt.
Nach der Operation werden Silikonfolie und Gelatineschwämmchen
in den Gehörgang eingelegt. Diese Tamponade bleibt für etwa 2 Wo-
chen im Gehörgang und wird dann in der Praxis entfernt.
INFORMATION
  Ein Choles teatom ist eine
Erkrankung im Bereich des
Ohres.
  Normale Haut der Körpero-
beräche wächst in die Tiefe
des Knochens.
  Der umliegende Knochen
wird durch das Wachstum
der Haut und durch die
ständig entstehenden Haut-
schuppen abgebaut.
  Ein Choles teatom ist poten-
ziell lebens bedrohlich.
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