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Nach unseren Erfahrungen stellt in der Mehrzahl der Fälle die Voll-
narkose eine unnötige Belastung dar. Daher sollte nur unter beson-
deren Umständen, je nach geplanter Operation, sowie mit Rücksicht
auf das Alter, z. B. bei Kindern, ITN gewählt werden. Da die meisten
Ohroperationen keine große Belastung darstellen, hat sich bei uns
die örtliche Betäubung bewährt und ist in vielen Fällen vorzuziehen.
In jedem Fall wird vorher die Narkoseform besprochen. Unabhängig
von der Narkoseart bekommt der Patient am frühen Morgen der Ope-
ration Medikamente, die ihn schläfrig und gleichgültig werden lassen.
Örtliche Betäubung (LA)
Bei der örtlichen Betäubung wird unmittelbar vor der Operation eine
Medikamenten-Infusion in die Armvene gelegt, die den Patienten in
einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Daher ist diese Art der ört-
lichen Betäubung nicht mit einem Eingriff beim Zahnarzt zu verglei-
chen, der ja in der Regel bei klarem Bewusstsein erfolgt. So ist auch
von ängstlichen und empndsamen Patienten die Operation gut zu
ertragen.
Sollten trotzdem Probleme auftreten, die durch Medikamentengabe
nicht zu bewältigen sind, steht uns notfalls der Narkosearzt zur Ver-
fügung. Aus diesem Grund werden Sie auch gebeten, den für ITN vor-
gesehenen Fragebogen auch bei geplanter LA auszufüllen.
Während der Operation in LA überwacht eine Narkoseschwester den
Kreislauf durch EKG, Sauerstoffmessung des Blutes und regelmäßige,
automatische Blutdruckmessung.
Ein großer Vorteil der LA ist, dass während der Operation eine Hör-
verbesserung direkt geprüft werden kann, egal wie schläfrig der Pa-
tient ist. Nötige Korrekturen können also sofort vorgenommen wer-
den. Bei einer Operation in ITN ist dies nicht möglich; Korrekturen
erfordern eine zweite Operation. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei
bestimmten Operationsschritten, die Schwindel hervorrufen können,
der Operateur aufgrund der Reaktion des Patienten eine weitere Rei-
zung des Gleichgewichtsorgans vermeiden kann. Dies ist besonders
bei der Steigbügeloperation von Vorteil (siehe Seite 33, Otosklerose).
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