Aufklärungsbroschüre
Welche Art von Schwerhörigkeit liegt vor?
Nur nach ausführlicher fachärztlicher Untersuchung kann festgestellt werden, welche Art von Schwerhörigkeit vorliegt. Allein der HNO-Arzt kann entscheiden, ob eine gehörverbessernde Operation möglich und sinnvoll ist. Eine Innenohrschwerhörigkeit kann heute noch nicht operiert werden. Sie kann nur mit einer Hörhilfe (Hörgerät) teilweise ausgeglichen werden. Eine Ausnahme bildet eine hochgradige oder der Taubheit gleich kommende Innenohrschwerhörigkeit, bei der eine Hörhilfe nicht ausreicht. In diesen Fällen ist möglicherweise ein Cochlea- Implantat (CI) operativ einzusetzen. Diese Sonderfälle werden in der vorliegenden Broschüre nicht behandelt, werden aber in der Sprechstunde von uns besprochen.
Grundsätzlich können heute Mittelohrschwerhörigkeit sowie kombinierte Schwerhörigkeit operativ behandelt werden. Dabei werden fünf Krankheitsbilder unterschieden:
1. Otosklerose
Bei diesem Krankheitsbild wird eine Operation am Steigbügel durchgeführt, die als Stapedotomie bzw. Stapedektomie bezeichnet wird.
2. Chronische Mittelohrentzündung
Hierbei wird eine Operation durchgeführt, die Tympanoplastik genannt wird.
3. Angeborene Fehlbildungen
Diese können in einzelnen Abschnitten oder im ganzen Ohrbereich vorliegen. Hierbei werden je nach Befund die verschiedenen Operationsmethoden unter 1. und 2. notwendig. Diese Form der Schwerhörigkeit wird in der vorliegenden Broschüre nicht behandelt.
4. Unklare Ursache
Wenn die Ursache der Schwerhörigkeit im Vorfeld der Operation nicht sicher herausgefunden werden kann, wird eine diagnostische Tympanotomie (operative Mittelohreröffnung) durchgeführt. Dieser Eingriff soll Kenntnis über die genaue Ursache der Schwerhörigkeit bringen (diagnostische Maßnahme) bzw. die Vermutung des Arztes über
die Ursache bestätigt werden. Finden sich dabei Veränderungen, bei denen durch operative Maßnahmen eine Gehörverbesserung erwartet werden kann, so wird dieser Eingriff bei der gleichen
Operation durchgeführt.
5. Verletzung der Membran des runden Fensters
Eine Tympanotomie wird gelegentlich durchgeführt, wenn vermutet wird, dass die Membran, die die Innenohrflüssigkeit vom Mittelohr trennt (Membran des runden Fensters), verletzt ist. Folge einer solchen Verletzung können eine In- Innenohrschwerhörigkeit bzw. Schwindel sein. Ziel der Operation ist es, die zerrissene Membran abzudichten. Somit handelt es sich hierbei um einen Eingriff, der bei einer besonderen Form der Innenohrschwerhörigkeit durchgeführt wird. Auch bei einem Hörsturz mit hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit, bei dem konservative Behandlungsmaßnahmen ohne Erfolg bleiben, kann dieser operative Eingriff sinnvoll sein.