Sprechstundenzeiten

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Mittwoch: 9-12h
Freitag: 9-14h

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Schnarchtherapie

Ursachen

Schnarchen kann eine Vielzahl von Ursachen haben, die oft nicht eindeutig voneinander unterschieden werden können. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem „multifaktoriellen Ursachengefüge“. Die Ursachen können in 3 Etagen lokalisiert sein:

  • Nase und oberer Rachen (Epipharynx)
  • Mund und mittlerer Rachen (Mesopharynx)
  • unterer Rachen (Hypopharynx) und Kehlkopf

Folgen

Ganz allgemein wird durch Schnarchen der Schlaf gestört („Somnopathie“).

Liegt ein „geräuschvolles“ Atmen vor, kann der eigene Schlafrhythmus gestört sein. Vor allem können die Tiefschlafphasen durch zu lautes Schnarchen unterbrochen werden. Nicht zu unterschätzen ist dabei allerdings auch die Störung des Schlafs vom Lebenspartner/-in, was manchmal zu nicht unerheblichen Spannungen in der zwischenmenschlichen Beziehung führt.

Beim Schnarchen mit Atemaussetzern (Apnoe), auch OSAS genannt (obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom) ist je nach Ausprägung ein erholsamer Schlaf nicht mehr möglich. Der Atemstrom zur Lunge hin wird durch ein oder mehrere Hindernisse („Obstruktion“) mehr oder weniger lange Zeit behindert und sogar verlegt. Es sind Atemaussetzer (Apnoe) von 1-2 Minuten gemessen worden!

Reaktionen des Körpers / Gehirns sind: Konzentrationsschwäche, Leistungseinbuße, Antriebslosigkeit, Gereiztheit und vor allem Tagesmüdigkeit, um nur einige der schwerwiegenden Folgen zu nennen. Es werden auch Herzkreislauferkrankungen beschrieben.

Behandlungsziel

Das Ziel unserer Behandlung ist die Verbesserung des Schlafrhythmus. Der Erfolg hängt entscheidend von den Ursachen und ihrer Lokalisation ab und lässt sich manchmal nicht vorhersagen. 

Diagnostik

Vor einer Schnarchtherapie ist eine umfangreiche Diagnostik Voraussetzung. Vor allem muss festgestellt werden, welche Art von Schnarchen vorliegt, z.B. mit oder ohne Atemaussetzer. Die Polysomnographie (Computerunterstützte Aufzeichnung des Schlafes mit Hilfe verschiedener Elektroden) ist dabei ein sehr nützliches Gerät, weil es eine hohe Aussagekraft hat. Es kann als Screeningverfahren vom Patienten zu Hause angewendet werden. Eine entsprechende Einweisung erfolgt in der Praxis durch eine unserer Helferinnen (MFA). 

Siehe dazu „Diagnostik“

Als besondere diagnostische Spezialität ist bei uns die Schnarchendoskopie zu nennen. In oberflächlicher Kurznarkose wird der Patient kontrolliert in eine Schlaftiefe versetzt, bei dem das Schnarchen erzeugt wird. Mit einem flexiblen Endoskop unter hochauflösender Videokontrolle kann dann die Ursache des Schnarchens lokalisiert werden, ohne dass der Patient das bewusst mitbekommt. Diese diagnostische Maßnahme kann auch im Rahmen von ohnehin vorgesehenen Nasen-, Nebenhöhlenoperationen bei der Einleitung der Vollnarkose erfolgen.

In nicht wenigen Fällen von Somnopathie („gestörter“ Schlaf) ist die Kooperation mit  einem  Pneumologen (Lungenfacharzt) notwendig, der über ein Schlaflabor verfügt. Oft wird dann eine CPAP-Maske („Schnarchmaske“) empfohlen. Das Anpassen einer solchen CPAP-Maske sollte allerdings nur nach vorheriger HNO-Diagnostik verordnet werden. 

Therapie/Operationsverfahren

Je nach Ursache und Lokalisation des Schnarchens können unterschiedliche Therapien angewendet werden.

  • Nicht operative Verfahren:

    Anpassen einer Protrusionsschiene (Spezial-Zahnschiene zur Verbesserung des Durchgangs des Atemluftstroms im Bereich des Rachens durch Vorverlagerung des Unterkiefers)

    CPAP-Maske („Schnarchmaske“), die von einem Lungenfacharzt angepasst wird.

  • Operative Verfahren:  Beseitigung von Hindernissen für die Atmung im Bereich der Nase und/oder des Rachens

    Conchotomie

    Septumplastik

    Adenotomie

    Tonsillektomie/Tonsillotomie

    Zungengrundverkleinerung z.B. mit Radiofrequenz/Laser

    Verkleinerung des Zäpfchens (Uvula) und Gaumensegelplastik (UVPPl) mit Radiofrequenz oder durch plastische Operation

    Entfernung von (seltenen) Zysten oberhalb des Kehlkopfes (Hypopharynx) 

Risiken

Die nicht operativen Verfahren weisen naturgemäß keine Risiken auf. Die Protrusionsschiene kann in einigen Fällen (vorübergehende) Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke hervorrufen.

Die CPAP-Maske wird leider von einigen Patienten aus subjektiven Gründen nicht akzeptiert, obwohl sie bei richtiger Indikation gute Ergebnisse zeigt.

Bei den operativen Verfahren gelten die bei den einzelnen Operationen aufgeführten Risiken und Komplikationen. Die Verkleinerungstechniken (Zungengrund, Zäpfchen) oder die Gaumensegelplastik gewährleisten in manchen Fällen keinen Dauererfolg.