Sprechstundenzeiten

Montag, Dienstag, Donnerstag: 9 - 12h und 14-17h
Mittwoch: 9-12h
Freitag: 9-14h

Bitte vereinbaren Sie nach Möglichkeit vorher telefonisch einen Termin, weitere Sprechstundenzeiten nach Vereinbarung.

Weitere aktuelle Informationen und kurzfristige oder vorübergehende Änderungen der Sprechzeiten finden Sie unter Aktuelles.

Nebenhöhlenchirurgie

Ein operativer Eingriff an den Nebenhöhlen wird erforderlich, wenn durch eine konservative, also eine medikamentöse Therapie keine Besserung einer Nebenhöhlenentzündung herbeigeführt werden konnte. Er wird in aller Regel endonasal, also durch die Nase durchgeführt.

Bei einem ambulanten Eingriff ist zu beachten, dass wegen der Beruhigungs- bzw. Narkosemedikamente und Schmerzmittel das Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein kann. Daher ist in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr nicht erlaubt. In diesem Zeitraum sollten auch keine wichtigen Entscheidungen getroffen werden. Kinder sind unter ständiger Aufsicht zu halten. Allein lebende Patienten oder wenn Angehörige sich nicht in der Lage fühlen, Sie als operierten Patienten zu umsorgen, sowie Patienten, die nicht mit dem Auto abgeholt werden können, sollten uns unbedingt darauf ansprechen!

Achtung !

  • Auch nach ambulanter Operation kann Ihr Reaktionsvermögen für 24 Stunden beeinträchtigt sein!
  • Allein lebende Patienten oder Patienten, die nicht mit dem Auto abgeholt werden können, sollten uns unbedingt darauf ansprechen!

Ursachen

Bei einer Nebenhöhlenentzündung sind meistens die luftzuführenden Verbindungen zur Nasenhaupthöhle durch chronische Schleimhautschwellungen blockiert, so dass das Sekret der Nebenhöhle nicht mehr abfließen  kann und sich in den Nebenhöhlen staut. Dies führt oft zu einem Druckschmerz  in der entsprechenden Gesichtsregion. Bei Entzündungen der  Kieferhöhlen wird der Schmerz in der Regel im Bereich des Oberkiefers verspürt, Entzündungen der Stirnhöhlen strahlen eher in die Stirn aus. Entzündungen der Siebbeinzellen und besonders der Keilbeinhöhle verursachen Kopfschmerzen in der Tiefe des Schädels. 

Folgen

Schreitet eine entzündliche Schleimhautschwellung weiter voran, dann können sich sogenannte Nasenpolypen bilde. Sie verstärken die o.g. Beschwerden. 

Nasenpolypen sind gutartige Geschwülste, deren Größe von einigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern variieren und weit in die Nasenhaupthöhle hineinragen können. Eine schleichend zunehmende Behinderung der Nasenatmung ist die Folge. Eine so „verstopfte“ Nase schränkt schließlich nicht nur die Riechfähigkeit, sondern auch die Geschmacksempfindung ein, da die Luft nicht im ausreichenden Maße zum hinteren Zungenbereich gelangt.

Bei fortgeschrittener Polypenbildung können aber auch die Polypen selbst einen Druck auf die betroffenen Nebenhöhlen ausüben und die o.g. Beschwerden verstärken.

Ein weiteres Problem bei der Abflussbehinderung aus den Nebenhöhlen ist die Entwicklung einer akuten Nebenhöhlenentzündung. Dabei kommt es wegen der Abflussbehinderung zu einem Anstau des Schleims. Er ist zusammen mit den warmen und feuchten Umgebungsverhältnissen ein idealer Nährboden für Bakterien. Es entsteht Eiter, der sich auf die angrenzenden Strukturen (z.B. Augenhöhle, Hirnhaut, Schädelbasis) ausdehnen kann. Diese Entwicklung stellt eine akute lebensbedrohliche Komplikation dar.

Eine zusätzliches Risiko ist die Entstehung einer chronischen Entzündung der unteren Luftwege. Über Jahre entwickelt sich eine chronische Bronchitis mit Asthma. Man bezeichnet das auch als „Etagenwechsel“. Bei einer chronischen Bronchitis oder einem Asthma ist daher immer die Abklärung der Nasen-Nebenhöhlen durch einen HNO-Arzt empfohlen. 

Behandlungsziel

Das Hauptziel bei der Behandlung der entzündlichen Nebenhöhlenerkrankungen ist die Wiederherstellung der Belüftungs- und  Abflusswege (Drainage). Dies ist zu Beginn der Erkrankung mit Medikamenten, wie abschwellenden bzw. cortisonhaltigen Nasensprays in Kombination mit „schleimlösenden“ Medikamenten möglich. Bei der akuten („eitrigen“) Nebenhöhlenentzündung werden dann auch Antibiotika notwendig.

Reicht diese Behandlung nicht mehr aus, muss durch eine Operation die Abflussbarriere beseitigt werden und krankhaft veränderte Schleimhaut, wie auch die Polypen, abgetragen werden.

Diagnostik

Zur genauen Planung einer Nebenhöhlenoperation wird eine CT (Computertomografie), also eine Röntgen-Schichtaufnahme, angefertigt. Diese Untersuchung erlaubt eine genaue Analyse der Nase und aller Nebenhöhlen. Dadurch kann die Ausdehnung der entzündlichen Veränderungen, d.h. der Schleimhautschwellungen und der Polypen festgestellt werden. Auch andere krankhafte Veränderungen wie Flüssigkeits- bzw. Eiteransammlungen können lokalisiert werden. Darüber hinaus lassen sich auch die ursächlichen Belüftungs- und Abflussblockaden identifizieren.

Wichtig !

  • Bitte bringen Sie die CT-Aufnahmen zur OP mit. Diese dienen bei der Operation als „Landkarte“.

Operationsablauf

Die Operation erfolgt grundsätzlich in Vollnarkose und in Abhängigkeit vom operativen Aufwand entweder ambulant oder stationär. Kleinere Operationen, z.B. an der Kieferhöhle, können ambulant erfolgen. Bei aufwendigeren, ausgedehnteren Operationen ist ein viertägiger stationärer Aufenthalt nötig.  

In der Nebenhöhlenchirurgie gibt es grundsätzlich verschiedene Operationsmethoden die von Klinik zu Klinik unterschiedlich eingesetzt werden. Wir haben uns auf die endoskopische Vorgehensweise, auf die so genannte FESS (Functional Endoscopic Sinus Surgery) spezialisiert. Endoskope sind dünne Sichtrohre mit unterschiedlichen optischen Winkeln, welche durch die natürliche Nasenöffnung  eingeführt werden. Sie ermöglichen ähnlich wie bei der allgemein besser bekannten Technik der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) den Blick in die tiefen und teilweise stark verwinkelten Abschnitte des Naseninneren und der Nebenhöhlen. Dadurch können die krankhaften Veränderungen sehr präzise und schonend behandelt werden. Zum Abtragen krankhafter Schleimhautveränderungen, wie den Polypen, kommen kleine Fasszängelchen und Scherchen zum Einsatz. Es können aber auch knöcherne Strukturen gezielt mit kleinen Stanzen und speziellen Bohrern bearbeitet werden um z.B. Engstellen zu beheben.

Risiken

Ganz allgemein gelten für die o.g. operativen Eingriffe wie für alle Operationen der Rhinochirurgie folgende Risiken:

  • Blutungen (Hämatome) der Haut und/oder Schleimhaut
  • Schwellungen (Ödeme)
  • Nachblutungen
  • Wundheilungstörungen mit Wundinfektionen
  • Erneutes Auftreten der Erkrankung (Rezidiv) besonders bei Nasenpolypen!
  • Narbenbildung,-wucherung (Keloid)

Die Nebenhöhlen befinden in sehr naher räumlicher Umgebung zu den Augen und der Schädelbasis. Das Auge wird zu einem großen Teil von den Nebenhöhlen praktisch umzingelt. Dabei ist es nur eine sehr dünne knöcherne Wand, die diese beiden Systeme voneinander trennt. 

Die Schädelbasis ist ebenso nur eine relativ dünne knöcherne Wand, die das Nebenhöhlensystem vom Schädelinneren, d.h. der Raum in dem sich das Gehirn befindet, trennt. Diese Grenzstrukturen sind sehr empfindlich und müssen bei der Operation besonders geschützt werden, um das Risiko einer Verletzung zu verringern. Durch die Verwendung von Endoskopen können diese Strukturen jedoch besonders gut identifiziert und geschont werden, wodurch es bei uns nur extrem selten zu Komplikationen in diesem Bereich kommt. 

Zu den extrem selten, von uns noch nicht erlebten Komplikationen zählen

  • Dauerhafte Riechstörung
  • Verminderung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung
  • Doppelbilder
  • Hirnhautentzündung
  • Hirnabszess 
  • Todesfolge z.B. durch eine Vollnarkose

Alle Risiken werden bei dem Vorgespräch im Rahmen der Aufklärung ausführlich dargelegt. Bitte zögern Sie nicht Fragen zu stellen.