Sprechstundenzeiten

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Dienstag, 27. Januar 2004 (WAZ)

Brambauer. (MK) Gestern war es endlich soweit: Winta Meseret wurde am rechten Ohr operiert. Die 18-jährige Eritreerin ist seit dem Säuglingsalter schwerhörig (wir berichteten). Sehr zuversichtlich ist Hals-Nasen-Ohren-Spezialist Dr. Goesta Schimanski, der die Operation durchführte: „Es ist hervorragend gelaufen. Absolut Spitze."

Der 50-minütige Eingriff unter örtlicher Betäubung am rechten Ohr bestand aus zwei Teilen: Zum einen wurde das Loch im Trommelfell mit körpereigener Muskelhaut verschlossen, zum anderen wurde die Schwerhörigkeit durch Reinigen der Gehörknöchelchen behoben.

„Durch frühere Entzündungen war das Mittelohr vollständig in Kalkplatten eingebettet", berichtete Schimanski. „Dadurch waren die Knöchelchen fixiert. Sie konnten nicht frei schwingen." Die sich aus Hammer, Amboss und Steigbügel zusammensetzenden Gehörknöchelchen mussten daher „abpräpariert" werden. Danach bewegte sich die Gehörknöchelchenkette einwandfrei. „Winta konnte auf mehr als fünf Meter hören. Vorher nahm sie nur Geräusche wahr, die direkt am Ohr waren."
Nach der Operation unterhielt sich der Chirurg Semere Woldu mit der Patientin in ihrer afrikanischen Muttersprache. Und obwohl das Ohr mit Gehörgangstamponade verstopft ist, konnte Winta alles hören. Ein Erfolg auf der ganzen Linie. „Vor Freude standen ihr Tränen in den Augen", erzählt Schimanski zufrieden. Und setzt hinzu: „Wenn wir bereits jetzt einen solchen Erfolg verzeichnen können, dann wird auch das Ergebnis gut."
Die Wahrscheinlichkeit, dass das mit „Muskelhaut" verschlossene Loch zuheilt, liegt bei 96 Prozent. Es hängt davon ab, ob das Muskelgewebe angenommen wird. Eine Erkältung der Patientin könnte der Operation hier schon einen Strich durch die Rechnung machen. „Die nächsten zwei Wochen werden eine kritische Zeit sein."

Je nach Voranschreiten des Heilungsprozesses wird Schimanski entscheiden, ob nun das linke Ohr in sechs Wochen operiert wird oder erst in einem halben Jahr.
In drei Wochen will er die Tamponade aus dem rechten Ohr entfernen. Dann wird er auch weitere Entscheidungen treffen. Wie schon die gestrige Operation wird auch der zweite Eingriff für Winta kostenlos sein.

Aber auch den beiden Voroperationen vor acht Jahren zollt Hals-Nasen-Ohren-Spezialist Schimanski Respekt. „Sie waren gut durchgeführt. Nur haben die Ärzte sich nicht an die Gehörknöchelchenkette getraut. Damit ist schließlich auch ein Risiko verbunden: Denn wenn der empfindliche Steigbügel bricht, ist die Patientin taub." Doch diese Sorge ist nun unnötig.