Sprechstundenzeiten

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Donnerstag, 9. Dezember 1999 (Rundschau)

Tapfer ist sie, die kleine Natallia. "Sie hat nicht geweint", sagt ihr Arzt, der ihr selbst auf Russisch erklärt hat, warum sie operiert werden musste. Dienstag war es so weit, gestern lief die Achtjährige schon durchs Krankenzimmer. Nur der Appetit ist noch nicht wieder da.

Natallia empfing ihren Krankenbesuch gestern schon im Jogginganzug, denn mit ihrer Gastmutter Elisabeth Sponholz hatte sie längst einen Spaziergang durch Krankenhausflure unternommen. „Für den Kreislauf", erklärte sie und für ein bisschen Abwechslung. Denn Natallia findet das Krankenhaus langweilig.

Diese Unmutsäußerung übersetzt ihre Bettnachbarin: Maria aus Kirgisien, die ihr auch aus russischen Kinderbüchern vorliest. An alles ist gedacht worden, selbst eine russische Krankenschwester schaut manchmal rein.

Doch über Maria ist auch zu erfahren, warum die Teller nie leer werden: „Die Mama daheim in Russland koche einfach viel besser." So viel zum noch nicht wieder hergestellten Appetit...

Doch Kaubeschwerden seien nach Ohr-Eingriffen normal, so die Mediziner, die gleichzeitig noch Natallias übergroße Polypen, sowie einen aus der Reihe wachsenden, vereiterten Zahn in der Narkose entfernten.

Die OP, so HNO-Arzt Heinrich Dick (Mitarbeiter der Praxis Dr. med. Goesta Schimanski, Anm. d. Redaktion), sei „allerhöchste Zeit" gewesen, um eine Schädigung des Gehirns auszuschließen. Erfreut sei festgestellt worden, dass die Gehörknöchelchen zwar von der Entzündung angegriffen seien, aber noch als Kette zusammenhingen.
Eigene Knorpelstücke und Muskelhaut wurden zum Teil-Wiederaufbau eingesetzt. Nun muss die Zeit die Wunden heilen, bevor Ende 1999 ein weiterer Hörtest mehr über Ihre Schwerhörigkeit aussagen kann.

Natürlich hatte Natallia auch Schmerzen, bekommt Medikamente. „Wenn sie so traurig aussieht, das krampft einem schon das Herz", sagt „Rabuschka" - wie Natallia ihre Gastmutter nennt.