Sprechstundenzeiten

Montag, Dienstag, Donnerstag: 9 - 12h und 14-17h
Mittwoch: 9-12h
Freitag: 9-14h

Bitte vereinbaren Sie nach Möglichkeit vorher telefonisch einen Termin, weitere Sprechstundenzeiten nach Vereinbarung.

Weitere aktuelle Informationen und kurzfristige oder vorübergehende Änderungen der Sprechzeiten finden Sie unter Aktuelles.

Freitag, 23. Januar 2004 (WAZ)

Brambauer. Winta Meseret aus dem afrikanischen Eritrea ist 18 Jahre alt und auf beiden Ohren schwerhörig. Fieberhafte Erkrankungen im Säuglingsalter und eitrige Entzündungen haben dazu geführt. Bereits zwei Operationen schlugen fehl. Nun will der Hals-Nasen-Ohren-Spezialist Goesta Schimanski vom Krankenhaus Brambauer dem Mädchen helfen. Kostenlos.

Aber eigentlich begann die Hilfe schon vor Ort, am „Horn von Afrika", wo der Chirurg Semere Woldu sich im Rahmen des „Hammer Forums" mit schweren Krankheitsfällen beschäftigt. Ihm gelang es bereits, zwei blinden Mädchen in Deutschland erfolgreiche operative Eingriffe zu ermöglichen. Die beiden Mädchen können nun sehen.
Winta und ihre Ärzte hoffen auf ähnliche Erfolge. Erste Untersuchungen ergaben, dass ihr Schwerhörigkeitsgrad über 50 Prozent beträgt und ihr rechtes Trommelfell ein Loch hat. Zunächst soll daher dieses Ohr operiert werden. „Erst bei der Operation werden wir sehen können, wie der Zustand von Trommelfell und Gehörknöchelchenkette ist", erklärt Schimanski. „Zum anderen hängt der Erfolg auch davon ab, was bei den anderen beiden Operationen gemacht wurde."

Sowohl 1996 als auch 2001 wurden Wintas Ohren operiert. Leider erfolglos. „Nach dieser Operation soll es zwei Erfolge geben: Zum einen soll das Ohr geheilt, zum anderen die Schwerhörigkeit behoben sein."

Selbst wenn das Loch im Trommelfell mit Muskelhaut geschlossen wird, heißt das nicht, dass sich das Gehör verbessert. „Es hängt davon ab, ob die Gehörknöchelchenkette beschädigt ist. Im Notfall kann diese durch eine Titanprothese ersetzt werden, was eine Verbesserung des Hörvermögens mit sich bringen würde." Sollte diese Möglichkeit auf Grund von vernarbtem Gewebe ausgeschlossen werden, ermöglicht das geheilte Trommelfell den Einsatz eines Hörgerätes. „Die Chance, auf Heilung beträgt 95 Prozent", ist Schimanski zuversichtlich. Die Operation wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt, damit Winta direkt sagen kann, ob sie besser hört. „Nach der Operation werden erste Prognosen möglich sein. Aber das Resultat wird sich erst in zwei bis drei Wochen zeigen, wenn der Verband abgenommen wird."

Für Winta ist sowohl die Operation am kommenden Montagmorgen als auch der Krankenhausaufenthalt in Höhe von etwa 1 500 Euro kostenlos. Erst nach zwei bis drei Monaten, wenn Blutergüsse und Schwellungen abgeheilt sind, wird sich herausstellen, ob die 18-jährige besser hören kann. Und dann soll auch das zweite Ohr operiert und geheilt werden.